Protesterklärung der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung

Wir protestieren aufs Schärfste gegen die Verurteilung von vier Bergarbeitern aus Chiatura, Georgien – wir fordern ihre sofortige Freilassung! Am 29.4.2025 erreichte uns die Mitteilung aus Chiatura, Georgien, dass vier Bergarbeiter aus den Manganminen, um drei Uhr morgens von der Regionalpolizei in dem Zelt der seit Ende Februar streikenden Bergarbeiter festgenommen wurden.

Der Hauptkoordinator und ehemalige Bergmann, war selbst einige Tage vorher vor Ort. Die Bergarbeiter im Mangan-Bergbau, sind seit Anfang November 2024 ausgesperrt mit dem Versprechen, dass ab 1.März die Arbeit wieder aufgenommen würde und sie bis dahin vom Unternehmen 60% ihres Lohnes jeden Monat bekommen würden. Im November und Dezember wurden ihnen ihrer Löhne erst nach Streikandrohung deutlich verspätet ausgezahlt, danach erhielten sie keine Lohnzahlungen mehr. Ende Februar 2025 bekamen sie per sms eine schriftliche Kündigung zum März angekündigt.
Seitdem streiken die Bergleute und ihre Familien mutig und gestützt auf die Bevölkerung in der Region, für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und der Lebensgrundlagen in der Region Chiatura sowie für eine Zukunft der Kinder. Seit dem wird eine Hetzkampagne vom Unternehmen und der ihr hörigen Presse gegenüber den streikenden Bergleuten durchgeführt.
Dieser Kampf der Bergleute und das Durchhaltevermögen, verdient großen Respekt und sie erhalten Solidarität und Unterstützung aus der ganzen Welt.
Im Dezember besuchte eine Solidaritätsdelegation aus Deutschland die verhafteten Bergarbeiter und nahm an einer sogenannten Gerichtsverhandlung teil. Es wurde deutlich, dass ein Bergmann zu dem Zeitpunkt der „Tat“ gar nicht vor Ort war und die Anklage sich auf Zeugen stützt, die von der „Tat“ gehört haben. Diese Woche wurde das ungeheuerliche Gerichtsurteil gefällt: 4 Jahre und 3 Monate bzw. 6 Jahre und 3 Monate für eine „Tat“ ( schwere Körperverletzung), für die es nur angebliche Zeugen gab, die vom Hörensagen davon wussten.
Mit diesem Urteil sollen der berechtigte Kampf der Bergarbeiter um ihre Arbeitsplätze und eine Zukunft für ihre Kinder und jeder Einsatz für demokratische Rechte und Freiheiten in Georgien kriminalisiert und erstickt werden.
Wir, die Internationale Bergarbeiterkoordinierung fordern die Regierung und Justiz in Georgien auf, das Urteil unverzüglich aufzuheben, die verhafteten Bergleute sofort freizulassen und zu entschädigen für die ungerechte Haft. Einstellung der Repressionen gegen die kämpfenden Bergleute und ihrer Unterstützer und Anklage des Unternehmens und ihrer Helfer.
Wir fordern die Anerkennung der bürgerlich demokratischen und gewerkschaftlichen Rechte der Arbeiter.
Gemeinsam sind wir stark!

Andreas Tadysiak
Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiterkoordination