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Resolution der Frauen – rund um den Bergbau

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Wir, die Bergarbeiterfrauen und die Frauen und Mädchen, die die Bergarbeiterbewegung unterstützen, haben an den Tagen des internationalen Bergarbeiterseminars aktiv teilgenommen und sind tief bewegt über die Erfahrungen und Visionen der internationalen Bergarbeiterbewegung. In den Beiträgen wurde die große Rolle der Bergarbeiterfrauen, der Bergarbeiterinnen und der 190 Millionen Kinder in Fabriken und Bergwerken erlebt und erfahrbar gemacht. Wir erfuhren über ihr hartes Leben, ihre Kämpfe ums tägliche Brot, ihre Sorgen, ihr Kummer - und erlebten ihre Kampfkraft. Wir stellen fest:

1. Arbeitsbedingungen und Lebenssituation der Bergarbeiter und ihrer Frauen und Familien sind weltweit vielfach fast unerträglich geworden.

Die schützenden und helfenden Familienverbände lösen sich auf, Männer sind auf Wanderschaft, um Arbeit zu finden und die Frauen sind alleine mit den Kindern und niedrigster Arbeit.

In Deutschland machen uns Massenentlassungen und Zechenstillegungen Sorgen, die ganze Regionen platt machen könnten. Unsere Jugend steht ohne Zukunft da. Wir erziehen unsere Kinder zu einem mutigen kämpferischen Leben! Gerade junge Frauen sind ein großes kämpferisches Potenzial.

In den Minen Lateinamerikas, Südafrikas, Osteuropas sind unsere Männer und Söhne gezwungen, unter primitivsten und lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Wir bangen täglich um ihr Leben, weil Arbeitssicherheit nichts zählt.

Wir müssen wie in Südafrika in Wellblechhütten leben, oder es werden wie in Deutschland Zechensiedlungen als billiger Wohnraum zerstört.

Die internationalen Bergbaukonzerne zerstören rücksichtslos unseren Lebensraum und unsere Umwelt wie auf den Kordilleren/ Philippinnen. Für uns Frauen ist der Schutz der natürlichen Umwelt - manche nennen sie auch „Mutter Erde" - eine besondere Herzensangelegenheit.

Aktive Gewerkschafter, Revolutionäre, unsere Männer die für ihre Rechte kämpfen, werden benachteiligt, politisch verfolgt - vielfach sogar von Faschisten oder Paramilitärs -, entlassen bis hin zu Massakern, die in vielen Ländern an der Tagesordnung sind. Wir bangen um ihr Leben.

Wir Frauen wollen Frieden! Kriegerische Auseinandersetzungen, an denen die Herrschenden und die Rüstungsindustrie beteiligt sind um Menschen zu quälen, zu verstümmeln, zu töten und sich millionenfach auf allen fünf Kontinenten zu bereichern, lehnen wir ab!

Das alles ist für uns nicht mehr hinnehmbar!

Eine von uns sagte: Es ist besser 1 x zu reden als 100 x zu schweigen.

2. Wir sind aufgestanden um gemeinsam für unser Leben zu kämpfen – für unseres, für das Leben unserer Männer und für das Leben unserer Kinder.

Wir müssen lernen, mit unseren Männern zu kämpfen, aber auch unsere Männer müssen lernen, für die Befreiung der Frau zu kämpfen und sich auch so zu verhalten.

Wir haben erfahren, welche Rolle wir Bergarbeiterfrauen spielen und dass wir genauso hart – manchmal sogar härter und gemeinsam mit unseren Männern kämpfen müssen!

In den Kämpfen auf den Kordilleren stellen sich die Frauen todesmutig den zerstörerischen Baggern in den Weg, wie Kristina von den Philippinnen!

Beim Streik unserer Männer und Söhne auf den Zechen in Budryk in Polen organisieren wir die Öffentlichkeit und Solidarität.

Wir organisieren Frauen, die verzweifelt sind, weil sie wie Natalia aus Kasachstan ihren Mann bzw. andere ihren Sohn unter Tage verloren haben und helfen uns gegenseitig, das Leben gemeinsam zu organisieren. Als vielfach selbst erwerbstätige Frauen kämpfen wir um die Einheit der Bergarbeiterbewegung mit der gesamten Arbeiterbewegung und der Arbeiterbewegung mit der kämpferischen Frauenbewegung

Es geht um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen – aber auch um das ganze Leben. Ein wichtiges Beispiel war der Kampf der englischen Bergarbeiterfrauen. Sie kamen die in dem 1-jährigen Streik der Bergarbeiter heraus aus den Wohnungen, um bei den Streikposten, in den juristisch verbotenen Aktivitäten - auch unter Tage - den Kampf mitzutragen. Federführend organisierten sie die Solidaritätsarbeit, sogar über Ländergrenzen hinweg. Dafür verwirklichten sie ihr Leben, Kochen, Kinderversorgung gemeinsam und überwanden auch fesselnde Traditionen nach dem Motto „Das Kämpfen ist Männersache" und die Erziehung und Versorgung nur Privatangelegenheit in jeder einzelnen kleinen Familie.

3. Die Organisation der internationalen Bergarbeiterfrauen ist bedeutsam und zukunftsweisend!

Die Befreiung der Frau und der Kampf der internationalen Bergarbeiterbewegung für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung gehören zusammen. Wir brauchen eine starke internationale Bergarbeiterfrauenbewegung – und wir wollen die begonnene Zusammenarbeit und unser gegenseitiges Kennenlernen weiter führen. Wir wollen andererseits die Erfahrungen der Härte unseres Lebens und unseres Kampfes in die internationale Frauenbewegung einbringen, denn sie kann von uns die Unerbittlichkeit, die Konsequenz, die Verbundenheit mit den Schätzen dieser Erde für ein menschenwürdiges Leben lernen. In diesem Sinn wollen wir prüfen und uns beteiligen am Frauenpolitischen Ratschlag vom 3. bis 5. Oktober 2008 in Deutschland, am Treffen der Initiatorinnen am 6. und 7.10.2008 und der Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen im Jahr 2011 in Venezuela.

Wir machen uns auf zu großen Taten und stellen uns mitten in die erste Reihe der Kämpferinnen und Kämpfer!

Glück auf – die Frauen rund um den Bergbau

Verabschiedet am Sonntag, dem 31.8.2008 von 53 Frauen und zwei Männern