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Informationsbrief Nr. 8 zur 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz vom 2. bis 5.2 2017, in Indien

icg logoLiebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. IMC,

die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz findet vom 2. bis 5. Februar 2017 in Ramagundam/Godavarikhani im Bundesstaat Telangana/Indien statt.

1. Charakter, Aufgaben und Ziele der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz
Die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz hat das Ziel, die internationale Koordinierung und Kooperation der kämpferischen und klassenkämpferischen Bergarbeiterbewegung der weltweit 21 Millionen Bergleute voranzubringen Dazu gehört das gegenseitige Kennenlernen, von einander lernen, das Vertrauen zueinander zu stärken und Schlussfolgerungen zu ziehen für die Höherentwicklung der Koordinierung. Deshalb sollen alle wichtigen Fragen der Arbeit, des Lebens, der Kämpfe, der Organisation, der Umwelt, der Jugend und Familien, usw. Gegenstand der Beratungen und der Beschlüsse sein. Ein Kernstück der Konferenz wird die Beratung und Verabschiedung eines Internationalen Kampfprogramms der Bergleute sein.
Die Homepage „www.minersconference.org" ist ein Mittel zum gegenseitigen Austausch der Bergleute weltweit und für die Vorbereitung der Konferenz. Auf ihr werden alle wichtigen Dokumente für die Internationale Bergarbeiterkoordinierung veröffentlicht.
Die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz wird in einem internationalen Diskussions- und Vorbereitungsprozess von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gleichberechtigt, demokratisch und überparteilich vorbereitet und selbst organisiert. Jeder Teilnehmer leistet einen Beitrag und übernimmt Verantwortung für eine erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung der Konferenz entsprechend seinen Möglichkeiten. Die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz ist eng verbunden mit der Basis und bezieht diese breit in die Vorbereitung und Durchführung ein.
Ramagundam/Godavarikhani ist eines der Zentren der Bergarbeiter in Indien (ca. 250 km von Hyderabad entfernt). Dieser Veranstaltungsort ist eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Konferenz.


Um die Aufgaben und Ziele der Konferenz zu verwirklichen, baut die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz auf 3 Säulen auf:

  1. Die Generalversammlung der Delegierten ist das Herzstück der Konferenz und hat eine komplexe Aufgabenstellung. Sie diskutiert und fasst alle Beschlüsse rund um die internationale Bergarbeiterkoordinierung, so auch die Verabschiedung des Kampfprogramms.
  2. Plenen und offene Foren, die die breite Beteiligung aller Teilnehmer ermöglichen. Diese dienen dem gegenseitigen Verständnis und Höherentwicklung der Koordinierung. Sie sind auch eine Vorbereitung für die 3. Konferenz.
  3. Kulturveranstaltungen dienen zur Verbrüderung und besseren Kennenlernen. Sie wenden sich insbesondere an alle Bergarbeiter, ihre Familien und Freunde in der Region und Indien.

Die Konferenz ist finanziell unabhängig und damit autonom in ihren Entscheidungen – sie finanziert sich selbständig durch vielfältigste Initiativen gestützt auf die Masse der Bergleute und ihrer Freunde. Sie nimmt gerne Spenden entgegen, wenn sie vorbehaltlos und ohne Auflagen gegeben werden.
Basis für die Finanzierung der Anreise von internationalen Delegationen sind Finanzaktivitäten (z.B. Spendensammlungen und andere Aktivitäten) in ausnahmslos jedem beteiligten Land. Nach Möglichkeit soll die Anreise der eigenen Delegierten in jedem Land selbst finanziert und ein darüber hinaus gehender Beitrag zur gegenseitigen solidarischen Unterstützung geleistet werden.
Die Beiträge zur gegenseitigen solidarischen Unterstützung aus allen Ländern fließen in einen Fonds unter Verwaltung der ICG.
Wo die Anreise von Delegierten nicht vollständig aus den Möglichkeiten eines Landes zu finanzieren ist, kann bei der ICG ein Antrag auf Unterstützung aus dem Solidarfonds gestellt werden. Auf Basis dieser Prinzipien und im Rahmen der Beschlüsse der ICG entscheiden der Hauptkoordinator und der Finanzverantwortliche der ICG gemeinsam und einvernehmlich über die Auszahlung von Geldern aus dem Solidarfond. Dabei müssen die zur Verfügung stehenden Gelder und die Gesamtheit beantragter Zuschüsse angemessen berücksichtigt werden.
Die höchste Priorität hat, die Teilnahme von mindestens einem Bergarbeiterdelegierten aus möglichst vielen Ländern zu ermöglichen.

2. Ablauf der 2. Internationalen Bergarbeiterkonferenz
Datum Ereignis
01.02.17
bis 12.00 Uhr Anreise der Delegationen nach Hyderabad (Flughafen)
Von dort organisiert das nationale Vorbereitungskomitee in Indien die Weiterreise nach Ramagundam/Godavarikhani
1.Tag
02.02.17

10.00 bis 12.00 Uhr Akkredetierung

15.00 Uhr Als Auftakt zur Konferenz Demonstration und Massenveranstaltung
20.00 Uhr Kulturveranstaltung
2. Tag
03.02.17

9.00 Uhr Eröffnungszeremonie mit Begrüßung aller Delegierten und Teilnehmer
9.30 Uhr Plenum mit Länderberichten
14.30 Uhr Beginn der Generalversammlung der Delegierten
19.00 Uhr Kulturabend organisiert vom Nationalen Vorbereitungskomitees aus Indien
3. Tag
04.02.17 9.00 Uhr Foren 1 bis 5
14.00 Uhr Foren 6 bis 10
19.00 Uhr Kulturabend organisiert von der Internationalen Koordinierungsgruppe (ICG), in der die
internationalen Delegationen und Teilnehmer ihre Kultur näher bringen.

4. Tag
05.02.17 9.00 Uhr Fortsetzung der Generalversammlung der Delegierten
Ende 16.00 Uhr 14.00 Uhr Abschlussplenum

3. Länderberichte
Die Länderberichte dienen dazu, den Teilnehmern der Konferenz einen Überblick über die Lage, die Verhältnisse und den Kampf der Bergleute in den einzelnen Länder zu geben.
Wie schlagen zu den Länderberichten vor:
Zu Beginn der Berichte ist es sinnvoll, das Land, die Dimension des Bergbaus und die Situation der Bergleute kurz vorzustellen:
Welche Rohstoffe werden mit welchen Methoden (Über- oder Untertagebau, Fracking) und unter welchen Bedingungen abgebaut?
Welche internationalen Bergbaumonopole stehen den Bergleuten als Gegner gegenüber?
Wie viele Bergleute gibt es landesweit, in welchen Bereichen bzw. Branchen arbeiten sie?
Wie wirkt sich der Bergbau auf die Arbeits- und Lebensbedingungen aus (Lebensverhältnisse der Familien, Zukunft der Kinder und Jugend)?
Im Mittelpunkt der Berichte sollen die aktuellen Kämpfe der Bergleute stehen und die besondere Problematik, die zu lösen ist:

  1. Wofür wurde gekämpft, eure Hauptforderungen?
  2. Wie wurde gekämpft? Welche Kampfformen und -methoden wurden entwickelt? Über welche besonderen Kampferfahrungen verfügt eure Bergarbeiterbewegung?
  3. Welche Fragen bzw. Probleme ergeben sich zur Organisierung der Bergleute? Welchen Einfluss hat die Internationale Bergarbeiterkoordinierung im Land?
  4. Wie sind die Frauen und Familien in die Kämpfe einbezogen?

Die ICG schlägt vor, die Länderberichte in der Form von Powerpoint-Präsentationen zu erstellen. Auf der Homepage www.minersconference.org findet ihr Beispiele von der 1. Internationalen Bergarbeiterkonferenz 2013 in Peru.
Die Länderberichte sollen nicht länger als 5 Minuten sein, damit alle Delegation die Möglichkeit haben, ihre Länder vorzustellen.
Die Berichte werden in der Konferenzsprache englisch präsentiert. Bitte beratet, inwieweit ihr eine eigene Übersetzung der Berichte aus eurer Landessprache ins englische durchführen könnt. Wir bieten an, euch bei der technischen Erstellung zu unterstützen. Wendet Euch dazu frühzeitig an das ICG-Büro zu den Absprachen.
Die Länderberichte sollen bis 1.12.16 bei der ICG vorliegen. Die ICG freut sich und es ist eine große Unterstützung, wenn ihr selbst Übersetzungen in weitere Sprachen wie spanisch, russisch, deutsch etc leisten könnt.
4. Generalversammlung der Delegierten
Sie ist das beschlussfassende Organ der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung.
Die von ihr gewählte „Internationale Koordinierungsgruppe" ist auch ihr gegenüber rechenschaftspflichtig.

Organisationen, Bewegungen und Gewerkschaften der Bergarbeiter können der internationalen Koordinierung als Mitglied beitreten. Sie müssen die Gründungsresolution und das Abschlusskommunique der 1. IMC in Arequipa/Peru 2013 anerkennen.
Sie sind berechtigt Delegierte zu entsenden bzw. an der Delegiertenwahl auf nationaler, kontinentaler und internationaler Ebene mitzuwirken. (Die Bergleute bestimmen selbst ihre Delegierten)
Sie verpflichten sich am Aufbau der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung entsprechend ihrer Möglichkeiten mitzuwirken und zu ihrer Finanzierung beizutragen
Jedes Teilnehmerland hat maximal 5 Delegierte. Jede Delegation hat unabhängig von ihrer Anzahl 5 Stimmen. Abschluss der Delegiertenmeldung ist der 1.12.2016.

Die Generalversammlung hat dieses Mal als eine besondere Aufgabe, das Internationale Kampfprogramm der Bergarbeiter zu beraten und zu verabschieden. Die Internationale Koordinierungsgruppe hat sich dazu auf einen Vorschlag geeinigt (s. Anlage). Dieser Vorschlag soll breit an der Basis der Bergleute beraten und es können dazu Anträge über die nationalen Delegationen bis zum 1. 12. 2016 an die ICG gestellt werden. Der Antragschluss zum 1.12.16 wurde beschlossen, damit die unterschiedlichen Anträge den nationalen Delegationen vorab zur Verfügung gestellt werden können. Dies ermöglicht eine zielgerichtete Vorbereitung, um in der zur Verfügung stehenden Zeit auf der Konferenz ein gemeinsames Kampfprogramm zu vereinheitlichen und es gemeinsam zu verabschieden.
Die nationalen Delegationen können auch Vorschläge für die neue internationale Koordinierungsgruppe machen. Sie können sich für den Ort der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz bewerben.

5. Diskussionsforen
Die Foren sollen auf die Umsetzung des Programms abzielen und wie die Koordinierung höherentwickelt wird. Sie sind auch eine Vorbereitung für die 3. Konferenz.
Die Foren werden von Arbeitsgruppen aus verschiedenen Länder vorbereitet. Dazu sind alle Teilnehmer aufgefordert, zu überlegen, ob sie sich aktiv an der Vorbereitung und Leitung der Foren beteiligen bzw wie sie ihre Erfahrungen und Kenntnisse einbringen. Bitte meldet eure Mitarbeit möglichst bald, spätestens jedoch bis zum 31.05.2016 verbindlich an bei der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung an.
Es soll jeweils einen Einleitungsbeitrag (10-15 Minuten) geben, der die Diskussion ausrichtet. Die Moderatoren fassen die Ergebnisse zusammen und stellen sie auf dem Abschlussplenum vor. Es gibt 10 Foren zu folgenden Themen:
1. Aufbau eines gemeinsamen Kampfes um Löhne, Renten, Arbeitssicherheit
2. Aufbau regionaler Koordinationen der Bergarbeiter
3. Gewerkschaftsbewegung und Umgang mit arbeiterfeindlichen Positionen
4. Schutz der Umwelt und Verteidigung der Arbeitsplätze
5. Zustand der demokratischen Rechte der Arbeiter
6. Aufbau der Einheit von Leih- und Zeitarbeiter mit den Festangestellten und der Arbeiter im handwerklichen und industriellen Bergbau
7. Lebensverhältnisse, Frauen und Familien (zur Vorbereitung/Leitung haben sich die Bergarbeiterfrauen in Courage aus Deutschland gemeldet)
8. Zur Flüchtlingsbewegung weltweit
9. Kampf der Arbeiter und der Bevölkerung und der Jugend gegen den Ausverkauf der Rohstoffe durch die internationale Monopole
10. Politisierung und Radikalisierung der Bergarbeiterbewegung

6. Hinweise zur Reise nach Indien
Wichtig ist frühzeitig mit den Vorbereitungen zu beginnen.
- kurzfristig gebuchte Flüge sind meistens sehr teuer!
- Bitte informiert euch frühzeitig über die konkreten Bedingungen für die Einreise nach Indien aus eurem Land. Es sind oftmals langwierige bürokratische Hindernisse sowie verschiedene Auflagen zu überwinden für ein Visum. (Nachweis von persönlichen Finanzen etc). Jeder Einreisende benötigt einen gültigen Pass und muss zum Einreisedatum noch mindestens 6 Monate gültig sein sowie mindestens eine leere Seite enthalten.
Meldet Euch bei Fragen oder wenn ihr Unterstützung braucht beim ICG-Büro.

Das ICG-Büro ist telefonisch zu erreichen jeden Dienstag 17-19 Uhr (MEZ) oder über E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Glück Auf
Andreas Tadysiak
Hauptkoordinator der Internationalen Bergarbeiterkoordiniation

Anlage:
Vorschlag für das Internationale Kampfprogramm