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Bolivien, Kanada, Peru, Südkorea: Coronavirus legt Minen still

Boliviens San Cristobal-Mine in Potosi, die über eines der größten Zink-, Blei- und Silbervorkommen der Welt verfügt, hat die Produktion eingestellt. Die Mine ist eine Tochter des japanischen Sumitomo-Konzerns. Der kanadische Minenkonzern Cameco hat die Cigar Lake Mine stillgelegt. Hier wurden 13 Prozent des weltweiten Uran gefördert.

Der Bergbaukonzern Glencore schließt in Kanada alle für sie nicht wesentlichen Unternehmen. Die Arbeiter werden mit Wartungsarbeiten beschäftigt. Allerdings in Ontario/Kanada und in Kolumbien wurde der Bergbau als ein wesentliches Geschäft eingestuft und deshalb laufen hier die Minen weiter. In Südkorea betreibt der kanadische Bergbaukonzern Almonty die Mine Sangdong in Südkorea weiter. In der Mine wird Wolfram abgebaut. Es wurden Sicherheitsvorschriften durchgesetzt, wie die Vermeidung des Kontakts mit Besuchern, persönliche Gespräche seien durch Onlinekonferenzen ersetzt worden und die Minenarbeiter mussten während der gesamten Arbeitszeit Schutzmasken tragen. Die Mine wurde mehrmals täglich desinfiziert und sterilisiert. Arbeiter mit Krankheitssymptomen wurden in häusliche Quarantäne entlassen. Aus dem Yeongwol County, wo sich die Mine Sangdong befindet, wurde über keinen einzigen Infektionsfall berichtet.
In Peru wurde die Yauricocha-Mine für 15 Tage stillgelegt. Es verbleibt eine Notmannschaft von 150 Bergleuten in der Mine. Inwieweit für sie Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden zum Schutz ihrer Gesundheit hat der kanadische Bergbaukonzern Sierra Metals nicht bekanntgegeben.

Die Newmont Corporation will ihren Tagebau 800 km nordöstlich von Lima/Peru nicht komplett einstellen, sondern in den „leach pads“ kann Gold weiter ausgewaschen werden. Mit der Coronapandemie verschlechtern sich die Lebensbedingungen der weltweit 20 Millionen Bergarbeiter drastisch. Sie sind nun nicht mehr nur extremen Arbeitsbedingungen bei der Förderung der Bodenschätze ausgesetzt, die ihre Gesundheit gefährden, sondern sie und ihre Familien leiden oft schon ohne Coronapandemie unter einer schlechten Gesundheitsversorgung. Wir fordern deshalb für die Bergleute weltweit:
- sofortiger Stopp der Förderung von Rohstoffen, sofern sie nicht gesellschaftlich notwendige Versorgungsgüter oder Notmaßnahmen betrifft und nur die notwendigsten Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Bergwerke (Wasserhaltung usw.).
- dass Regierungen und Bergbaukonzerne die Bergleute nicht unter Druck setzen weiterzuarbeiten, sondern ihnen den vollen Lohn weiterbezahlen, wenn sie zum Schutz ihrer Gesundheit nicht weiterarbeiten,
- alle Bergarbeiter im Notbetrieb der Minen, müssen entsprechende Schutzkleidung, Atemmasken und Desinfektionsmittel nach heutigem höchsten technischen Stand erhalten, auch für ihre Familien müssen entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden.
- alle sonstigen Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellten freistellen von dert Arbeit bei vollem Lohnausgleich, ohne Verbrauch ihrer Freizeitansprüche!