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Iran: Neujahrsgrußgedicht

365 Tage
von: Erich Weinert, 1925

365 Morgen, die gleichen Sorgen
365 Tage, die gleiche Plage.
365 Nächte, aus denen man nicht erwachen möchte.
Und nun kommt wieder die alte Frage:
Noch einmal 365 Tage?
Ja, Genossen! Vielleicht noch dreimal,
Vielleicht noch zehnmal,
Aber Genossen nicht verzagen, nicht verzagen.

In diesen 365 Tagen,
Brechen wir aus dem morschen Haus
Wieder einen Grundstein heraus.
Das bedeutet Genossen:
365 Morgen,
Sollst du dein Herz mit Haß versorgen.
365 Tage,
Deine Stimme erheben, daß keiner verzage.
365 Nächte,
Kräfte sammeln zum letzten Gefechte,
Denn es gibt keinen Gott der Rache,
Die Rache, Genosse, ist deine Sache!
Einmal kommt noch ein Neujahrstag,
Dann schlägt dein Herz einen freieren Schlag!
365 Morgen,
Nicht mehr für die Herrschenden Sorgen!
365 Tage,
Nicht mehr die schwere Zuchthausplage!
365 Nächte,
Im Glück der erkämpften Rechte!
Dann reichen wir der Welt die Hände dar
Und über alle befreiten Länder
Funken die Sender:
GENOSSEN EIN GLÜCKLICHES NEUES JAHR!