Willkommen bei der internationalen Bergarbeiterkoordination (IMC)
Offener Brief an Gewerkschaften, demokratische Parteien und Organisationen in Marl
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- Veröffentlicht: Donnerstag, 07. Mai 2026 10:54
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Der diesjährige 1. Mai stand weltweit im Zeichen des Kampfes gegen verschärfte Ausbeutung, Krieg und Faschismus. Das brachten auch die bis zu 300 Teilnehmer der DGB-Demonstration in Marl kämpferisch, selbstbewusst und vielfältig mit Fahnen, Transparenten, Reden und Musik zum Ausdruck. Im Gegensatz dazu steht ein Eklat des Marler DGB-Vorsitzenden Thorsten Römer, der seine gewerkschaftliche Funktion krass missbrauchte.
Unter Berufung auf Hausrecht am Versammlungsort als Versammlungsleiter verbot er das Zeigen von Fahnen und Transparenten. Um die undemokratische Anordnung durchzusetzen, lies er bei der Abschlusskundgebung Polizei aufmarschieren. Er wies sie an, ein Transparent der Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ ausdrücklich auch unter Einsatz körperlicher Gewalt zu beschlagnahmen, was eine eine 5-köpfige Polizeitruppe dann ausführte.
Auf dem Transparent steht: „Bergarbeiter weltweit vereint im Kampf um eine lebenswerte Zukunft! Miners united worldwide in the fight for a future worth living! www.minersconference.org“. Interessant ist, dass er ausgerechnet in unserer von Bergarbeiterfamilien geprägten Stadt den internationalen Zusammenschluss der Kumpel verbietet. Gewaltsame Unterdrückung von Arbeitern gehört jedenfalls zu den Methoden der Faschisten, den schlimmsten Feinde der Arbeiterbewegung und hat in der Gewerkschaft nichts zu suchen. Letzte Woche versuchte der faschistische Präsident Erdogan, einen Protestmarsch türkischer Bergleute mit Polizeigewalt und Verhaftungen niederzuschlagen. Die türkischen Kollegen haben sich dagegen durchgesetzt und gesiegt.
Thorsten Römer wollte eigentlich auch noch die Fahnen und Embleme von Sozialer Union Marl, MLPD, Frauenverband Courage und Einzelgewerkschaften von der Abschlusskundgebung verbannen. Nach dem lautstarken Protest gegen seinen Eklat kam das erfreulicherweise aber nicht durch. Auch anwesende Vertreter aus Einzelgewerkschaften sowie der Lokalpolitik distanzierten sich von seinem Vorgehen. Die Geschichte mahnt: Am 1. Mai 1933 hatte die faschistische SA in ganz Deutschland die Gewerkschaftshäuser besetzt und die Fahnen und Embleme aller Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen verbrannt.
Die Verantwortlichen für diesen Eklat müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Wir meinen zudem, dass der Garten des IG BCE-Jugendheims als Ort einer gewerkschaftlichen Kundgebung in Marl nicht mehr tragbar ist. Zum wiederholten Male wurde das als Vorwand genommen, die im öffentlichen Raum noch geltenden demokratischen Rechte auszuhebeln.
In der heutigen Lage ist der Zusammenschluss aller demokratischen Kräfte gegen Faschismus und Krieg geboten. Derartige Spaltungsmanöver sind nur Wasser auf die Mühlen der schlimmsten Feinde der Arbeiterbewegung. Wir bitten deshalb um Rückmeldungen an die obige Kontaktadresse.
Mit herzlichem Glück Auf


