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Kolumbien: Erklärung der Gewerkschaft Sintracarbon

151024Colombia298,3 % der Beschäftigten von El Cerrejón stimmen für Streik 3400 gewerkschaftlich organisierte Arbeiterinnen und Arbeiter folgten dem demokratischen Aufruf der Gewerkschaft Sintracarbon aus Kolumbien zum Abschluss des Tarifkonflikts mit El Cerrejón [Kohlebergwerk]. Das sind 87 % der Mitglieder. Die Entscheidung der Basis war klar und eindeutig: 98,2 % stimmten für den Streik nur 0,8 % für ein Schiedsgericht. Nach dem Gesetz hat Sntracarbon infolge dieser Abstimmung 10 Tage Zeit, um die Stunde null zu bestimmen, das heißt Datum und Uhrzeit festzulegen, wann die wirtschaftliche Produktion in den Minen lahmgelegt werden soll.

Das muss zwischen drei und 10 Tagen vorher angekündigt werden. Es war nicht die Absicht der Gewerkschaft einen Streik durchzuführen. Wir vertrauten darauf, dass das Unternehmen Verständnis hätte für die gerechten Anliegen der Beschäftigten und eine angemessene Lösung finden werde. Doch das Unternehmen Carbones del Cerrejón Limited, das von den multinationalen Bergbauunternehmen Glencore, BHP Billiton und Anglo American (die ihre Aktienpakete zum Verkauf angeboten hatten) geführt wird, hat die 51 Tage des Dialogs und der Verhandlungen verschwendet, um dann jegliche Forderungen der Arbeiter abzuweisen. Gesundheit ist das Thema, was die Beschäftigten am meisten berührt und besorgt. Derzeit haben 900 Beschäftigte von insgesamt 1300 Beschäftigten Krankheiten, die auf ihre Arbeit in der Mine zurückgehen, das sind 7 %. Es gibt sogar Personen unter 40 Jahren, die schon so schwere Krankheiten wie Krebs und Silikose haben. Weder La Guajira noch Carbones del Cerrejón verfügen über ein Rehabilitationszentrum für die Behandlung dieser großen Zahl an Kranken. Und El Cerrejón weigert sich weiterhin, diese drängende Notwendigkeit anzuerkennen. Während der letzten sieben Jahren hat die Gewerkschaft Sintracarbon es geschafft, dass über 1500 Beschäftigte unbefristet eingestellt wurden. Das ist ein großer Fortschritt auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für La Guajira, denn das ist eine Form, um ein Lebensprojekt aufzubauen. Bei den jetzigen Verhandlungen weigert sich El Cerrejón, auch nur einen einzigen Arbeiter in einen unbefristeten Vertrag zu übernehmen. Einmalig in der Geschichte dieses Unternehmens und ein negatives historisches Ereignis ist, dass teilweise der gültige Tarifvertrag infrage gestellt wird. Das bedeutet, dass das Unternehmen einseitig entschieden hat, Änderungen in die Verhandlungen einzubringen, die die Arbeiterinnen und Arbeiter aber gar nicht nicht verändern wollten. Diese Punkte richten sich gegen die Stabilität von Sintracarbon, da sie die notwendigen Zeiten für die gewerkschaftliche Aktivität begrenzen. Die Absicht des Unternehmens war es, die Gewerkschaft unbeweglich zu machen, was gegen den Artikel 39 der politischen Verfassung Kolumbiens verstößt. Sintracarbon hat auch Forderungen aufgestellt zu Umweltfragen für LA Guajira, was Carbones del Cerrejón sich weigern anzuerkennen. Obwohl El Cerrejón in einem seiner Kommuniqués anerkennt, dass die Dürre, wie in keinem anderen Departements, die Kosten für den Lebensunterhalt einer Familie belastet. Das Unternehmen, das Rekorde in der Produktion erzielt und Abgaben und Steuern für die Nation erwirtschaftet hat, bietet eine Lohnerhöhung an, die an die Inflation von 2015 angepasst ist. Gleichzeitig beabsichtigen sie die Produktion und die Arbeitsbelastung zu erhöhen. So wollen sie alle Einkommensbestandteile auf maximal 6,77 % festschreiben, so dass es keine Anhebung geben würde, sondern nur einfach eine Aktualisierung. Das sind die hauptsächlichen Punkte, wo es keine Übereinstimmung gibt. Das hat dazu geführt, dass über 90 % der Abstimmenden frei und demokratisch an den Urne ihren Wunsch zum Ausdruck brachten. D.h. einen Streik durchzuführen, so wie es das legale und verfassungsmäßige Verhandlungsverfahren erlaubt, um einen Tarifkonflikt zu beenden und damit die Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter gelöst werden. Verhandlungskommission Sintracarbon Barranquila 3. März 2016