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USA: Picher giftigster Ort der USA

Laut US-Umweltbehörde ist die Bergbau-Kleinstadt Picher im Süden der USA giftigster Ort der USA. Früher wohnten hier 14.000 Menschen, heute ist es eine Geisterstadt an der Grenze zu Missouri und Kansas. Die US-Behörden haben das rund 100 Quadratkilometer große Gebiet als ökologische Notstandsregion ausgewiesen. Denn es weist extrem hohe Belastungen mit Schwermetallen auf.

Über viele Jahrzehnte wurden in den Bergwerken rund um die Stadt große Mengen an Blei und Zink gewonnen. In Spitzenzeiten arbeiteten mehr als 14.000 Bergmänner in den Bergwerken. 1967 wurde der Bergbau eingestellt und das Wasser aus den Bergwerken nicht mehr abgepumpt. Zurück blieben rund 14.000 Bergwerkschächte, 70 Millionen Tonnen Abraum und 36 Millionen Tonnen Schlamm mit giftigen Rückständen wie Kadmium, Blei, Arsen oder Mangan. Die riesigen Abraumhalden aber auch die Bäche sind mit Blei verseucht. Auf die Einwohner hatte dies verheerende Auswirkungen: Hohe Bleigehalte Im Blut und Gewebe wurden festgestellt, die Krebsraten stiegen sprunghaft an und drei Viertel der Grundschüler wiesen starke Lerndefizite auf.

1980 wurden dann die Minenschächte verschlossen und auf zahlreichen Grundstücken die giftige, obere Bodenschicht abgetragen. Aber die Kontamination war so verheerend, dass Picher nie ganz saniert werden konnte. 2006 stellte man zudem fest, dass die zahlreichen Bergbaustollen unterhalb der Stadt einstürzen könnten. Die Entdeckung dieser unterirdischen Gefahr bedeutete das endgültige Ende für Picher. In den letzten Jahrzehnten flossen über 300 Millionen Dollar in die Sanierung der Region. Ein Ende ist nicht in Sicht, die Aufräumarbeiten werden mehr als 20 weitere Jahre dauern. Nicht nur Picher, auch die anderen Orte des ehemaligen Tri-State Bergbau-Distrikts müssen saniert werden, damit nicht die Nachbarregionen durch die giftigen Flüsse zerstört werden.

Nicht bekannt ist, was der ehemalige Minenbetreiber für die Sanierung des Geländes getan hat. Allein zwischen 1917 und 1947 produzierte das Picher-Gebiet Erz im Wert von über 20 Milliarden Dollar, mehr als die Hälfte des während des Ersten Weltkriegs verwendeten Blei- und Zinkmetalls stammte aus der Region der heutigen Geisterstadt. Was in den übrigen Jahren an Gewinn dazu kam, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass die US-Regierung nun die Sanierung dieser Sauerei finanziert - auf Kosten der Steuerzahler.