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Ukraine: Solidarität mit den Bergarbeiern des Eisenerzkombinats Krywyj Rih

An die unabhängige Gewerkschaft NPGU
An die streikenden Bergarbeiter des Eisenerzkombinats Krywyj Rih

Hallo Bergleute,
wir haben von eurem Untertagestreik und euren übertägigen Protestaktionen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen erfahren. Ich bin ehemaliger Bergmann unter Tage mit fast 40 Jahren im Steinkohlenbergbau in Deutschland und ihr habt meine vollste Solidarität in eurem Kampf.

Wir sind Mitglied in der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung und finden eure Forderungen voll berechtigt. Es entspricht unserem Internationalen Kampfprogramm indem es heißt: ”Es gibt über 20 Millionen Bergarbeiter weltweit, die die Schätze des Bodens unter harten und gefährlichen Bedingungen fördern und gewinnen, aber ihre Lebensbedingungen sind sehr schlecht. .... Eine nominale Lohnerhöhung wird angesichts steigender Lebenshaltungskosten unbedeutend. Für eine Erhöhung der Löhne, die ein anständiges Leben entsprechend der Lebenshaltungskosten in den jeweiligen Ländern erlauben….” Und weiter: “Die Bergarbeiter sind extremen Arbeitsbedingungen ausgesetzt – wir fordern: .... Verbot des Systems der indirekt erzwungenen irregulären Arbeitstage, genauso wie die Verlängerung der Schichtzeiten einschließlich irregulärer Arbeitsstunden. Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz! ... Wir tragen Verantwortung für die Zukunft der Jugend.
...”
Ich wünsche euch und euren Familien viel Kraft und Durchhaltevermögen.
Hier in Deutschland wurden die letzten Steinkohlezechen geschlossen und über 250 Bergleute, die noch bei der RAG/RAG Stiftung arbeiten, wurden gekündigt, obwohl noch genügend Arbeit da ist, die jetzt an andere Firmen ausgelagert wird. Auch sie kämpfen mit uns zur Zeit um ihre Arbeitsplätze und gegen die Unternehmenspolitik der verbrannten Erde. Das Prinzip unserer Bergarbeiterkoordinierung ist, dass wir Bergarbeiter und unsere Familien international kooperieren und unsere Kämpfe koordinieren, wenn wir gegenüber den internationalen Bergwerksmonopolen und ihren Regierungen eine überlegene Kraft werden wollen. Auf unserer Gründungskonferenz 2013 in Arequiepa/Peru beschlossen wir: „Immer weniger ist es heute möglich, isoliert voneinander und lokal beschränkt sich gegen die internationalen Bergbaumonopole durchzusetzen. Was wir brauchen ist die Einheit der Arbeiter weltweit.“ Von den rechten Regierungen und ihren verlogenen Versprechungen haben wir nichts zu erwarten – wir müssen uns selbst um uns kümmern!
Eure Situation und Kampf machen wir unter anderem auf unserer Homepage international bekannt. Bitte schreibt uns, wie wir euch weiter unterstützen können und informiert uns über den weiteren Verlauf, damit wir die Bergleute der Welt informieren können wie es um euch steht. Ich möchte euch ermutigen, Mitglied in der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung zu werden.
2022 wird die 3. Internationale Bergarbeiterkonferenz stattfinden, zu deren Vorbereitung und Teilnahme ich euch heute schon herzlich einladen möchte.
Wir können viel voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen.
Kämpferische und solidarische Grüße
Andreas Tadysiak,
Hauptkoordinator der internationalen Bergarbeiterkoordinierung