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Erfolgreicher Abschluss der 2. internationalen Bergarbeiterkonferenz

Am 5.2. um 17 Uhr ist die 2. Internationale Bergarbeiterkonferenz in Godavarikhani/Indien erfolgreich abgeschlossen worden. Sie wurde mit einer begeisternden Schlusszeremonie, dem Singen des Bergarbeiterliedes „Santa Barbara“ und dem Lied der internationalen Arbeiterbewegung, der Internationale, beendet. Auf einer Pressekonferenz am 6.2. wertete die  neugewählte Internationalen Koordinierungsgruppe (ICG) die Konferenz als vollen Erfolg.

Sie gab bekannt, dass auf der konstituierenden Sitzung der ICG Andreas Tadysiak als Hauptkoordinator bestätigt wurden, ebenso wie der bisherige Kassierer und Revisor. Pradeep, ebenfalls bestätigtes Mitglied der ICG führte aus: die Konferenz habe gezeigt, dass die Bergarbeiter und ihre Familien weltweit vor denselben Problemen stehen. Sie haben in den internationalen Bergbau- und Rohstoffkonzernen einen gemeinsamen Gegner.

Mit den Beschlüssen der Konferenz sind die Voraussetzungen geschaffen, dass die Koordination und Kooperation unter den Bergleuten der verschiedenen Ländern im Kampf gegen die internationalen Konzerne und ihre Regierungen auf eine neue Stufe gehoben werden kann. Das sei angesichts der Probleme und Kämpfe, die die Bergleute zu führen haben, dringend erforderlich.

Der Vorsitzende des nationalen Vorbereitungskomitees, P.K. Murthy erklärte, dass die 2. IMC in Indien drei Jahre von zehn Gewerkschaften gemeinsame vorbereitet worden ist. Sie ist von Tausenden Aktivisten in allen Bergbaugebieten mit Zehntausenden Flyern, Plakaten und Versammlungen bekannt gemacht worden. Sie fand genau zum richtigen Zeitpunkt in Indien statt. Sie stärkt den kämpferischen Gewerkschaften, demokratischen und revolutionären Kräften den Rücken gegen verstärkte Unterdrückung durch die Modi-Regierung.

Als großer Erfolg wertete die ICG die Auftaktdemonstration, an der Bergarbeiter aus ganz Indien teilgenommen haben. Sie sind teilweise bis zu 2000 km angereist. Die ICG bedankte sich bei den unzähligen Helfern und internationalen Brigadisten, die selbstlos die Vorbereitung und Durchführung der Konferenz   unterstützt und so zu ihrem Erfolg beigetragen haben.

Die ICG bedankte sich auch bei der Presse, die ausführlich und objektiv über die Konferenz berichtet hat. Das hat dazu beigetragen, dass die Konferenz in der Region von Ramagundam/Godavarikhani und darüber hinaus breit bekannt gemacht wurde.

Nach Angaben der ICG hatte die Konferenz mit der Demonstration und dem öffentlichen Kulturabend am 2.2. insgesamt 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Aus 16 Ländern haben 38 Delegierte konzentriert und engagiert in der Generalversammlung diskutiert und weitŕeichende Beschlüsse gefasst. Aus 6 Ländern konnten Delegierte wegen der Verweigerung des Visas, Behinderungen durch die eigene Regierung oder Repressalien durch das Unternehmen nicht teilnehmen.

Zu den wichtigen Beschlüssen der Generalversammlung gehört die einstimmige Verabschiedung eines gemeinsamen Kampfprogramms, in das die zahlreichen konkreten Verbesserungs- und Änderungsanträge noch eingearbeitet werden müssen. Der Kassen- und Finanzbericht wurde einstimmig bestätigt und der Kassierer entlastet. Das Prinzip der finanziellen Unabhängigkeit garantiert, dass die internationale Bergarbeiterkoordination politisch unabhängig und nur den Interessen der Bergarbeiter verpflichtet ist. Künftig sollen die internationalen Bergarbeiterkonferenzen alle fünf Jahre stattfinden. Das schafft Raum für den Aufbau kontinentaler Bergarbeiterkoordinationen.

Ein High-light war die Wahl der neuen Internationalen Bergarbeiterkoordination. Sie besteht aus neun Mitgliedern. Die bisherigen Mitglieder aus Indien, Kasachstan, Kolumbien, Kasachstan, Peru und Deutschland wurden bestätigt. Drei neue - aus Polen, den Philippinen und Marokko - wurden als Stärkung zusätzlich gewählt.

Am Tag zuvor haben über 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Internationalen Bergarbeiterkonferenz in zehn Foren intensiv alle Fragen des Lebens und Kampfes der Bergarbeiter und ihrer Familien diskutiert. Die Foren waren von Verantwortlichen verschiedener Länder vorbereitet worden. Die Übersetzung in zum Teil sechs verschiedene Sprachen wurde mit Hilfe der freiwilligen Übersetzer und gestützt auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich bewältigt. In den Foren wurden oft auch Resolutionen verabschiedet und am Schluss einigte man sich auf ein gemeinsames Ergebnis, dass der ICG zur Verfügung gestellt wurde. An allen Foren und auch im Plenum beteiligten sich viele Frauen, worin sich ein gewachsenes Bewusstsein über die Rolle der Frauen und des gemeinsamen Kampfes für die Rechte der Frauen niederschlägt. Wie ein roter Faden zog sich durch alle Foren der Wunsch, die Notwendigkeit und die Bereitschaft zur Höherentwicklung der internationalen Koordination, das heißt der verbindlichen organisierten Zusammenarbeit. Deutlich wurde auch das gewachsene Bewusstsein der Bergarbeiter für den Schutz der natürlichen Umwelt und der gemeinsame Kampf mit der Bevölkerung gegen die Zerstoerung durch die internationalen Monopole.

Die Kulturabende an jedem Tag begeisterten durch die kulturelle Vielfalt und ihren internationalen Charakter. Aus jedem Land wurde Gedichte oder Lieder vorgetragen - die kraftvollen und rhythmischen Tanze der indischen Kulturgruppe rissen einen mit. Die Kulturabende waren fester und unverzichtbarer Bestandteil der Konferenz und mit ein Garant für ihren Erfolg.
Der Vorsitzende des indischen nationalen Vorbereitungskomitees P.K. Murthy sagte bei einem gemütlichen Liederabend der Brigadisten im Hotel: „Wir mussten uns erst aneinander gewöhnen. Wir Inder waren nicht auf Schnelligkeit der Europäer eingestellt. Aber wir haben voneinander gelernt.“ Aber auch die deutschen Brigadisten mussten sich erst mit den Gewohnheiten und Gebräuchen vertraut machen. Die Zusammenarbeit der internationalen Brigadisten war ein intensiver und fruchtbarer gegenseitiger Lernprozess.

Mit der Diskussion und Verabschiedung der Abschlusserklärung wurde die 2. IMC beendet. Bei der Schlusszeremonie wurden Geschenke überreicht, der Hauptkoordinator Andreas Tadysiak bedankte sich bei dem Nationalen indischen Vorbereitungskomitee, allen Helfern, Teilnehmerinnen und Teilnehmer und den Delegierten!

Jetzt gilt es nach der Veröffentlichung der Dokumente die Ergebnisse der Konferenz breit unter den Bergleuten und ihren Familien bekannt zu machen.
Glückauf