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Belarus: Bericht von einer Bergarbeiterfrau an Kumpel für Auf

Mut und Entschlossenheit in Belarus
Beim Streik im August wurden Bergleute unserer Zeche Soligorke-Belaruskali verhaftet und entlassen. Auch der Bergmann Yuri, der sich danach unter Tage angekettet hat. Yuris und unsere Forderungen sind: Freilassung aller politischen Gefangenen und der verhafteten Bergleute, Rücknahme der Kündigungen zusätzlich zum Rücktritt der Regierung. Wir Frauen gehen immer zu den Protesten. Es sind jetzt immer mehr als 100.000 Leute in Minsk und auch in anderen Städten.

Die Regierung hofft, wenn es kalt wird, dass die Proteste nachlassen. Aber wir decken uns jetzt mit warmer Kleidung ein, auch wenn das nicht einfach ist. Es gibt große Entschlossenheit Lukatschenko zu verjagen. Internet wird oft abgeschaltet, Journalisten wurden verhaftet damit sie nicht berichten. Die offizielle Meldung ist, dass sechs Leute bei den Protesten/Demos umgekommen sind, aber sehr viele sind verschwunden, darüber wird nicht berichtet. Wir verbreiten bei den Demos gute Stimmung, auch mit Liedern und Blumen. Unter den Polizisten sind auch junge Männer, denen man anmerkt, dass sie hin und her gerissen sind. Ich spreche diese an und versuche sie zu beeinflussen, dass es Unrecht ist was sie machen. Manche bekommen Tränen in die Augen. Aber seit letzter Woche geht der Staat mit immer brutaler Gewalt vor, das Innenministerium droht mit Schießbefehl. Unter die Protestierenden mischen sich Geheimpolizisten in Zivil und provozieren, werden plötzlich aggressiv, Militär und Polizei prügeln dann unter diesem Vorwand brutal auf uns ein. Viele wurden wieder verhaftet. Was erstaunlich ist, es wird modernste Technik von der Regierung gegen uns eingesetzt: Wasserwerfer, Waffen, Gummigeschosse, Nervengas, Kameras nehmen uns auf. Es wurden am Sonntag hochmoderne Absperrgitter, die unter Strom stehen aufgebaut um die Massenproteste aufzuhalten. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern! Überraschen ist ja was anderes: Diese Technik wurde schon früher angeschafft. Das heißt, die Politiker, so wie sie uns behandelt haben die ganzen Jahre, es war jemand schon klar, dass sie diese Technik brauchen werden um das Volk mit Gewalt zu unterdrücken. Sie haben sich also vorbereitet auf diese Zeit die jetzt gekommen ist und sie das gegen Hunderttausende einsetzen. Uns wurde in der Vergangenheit gesagt, wir sollen den Gürtel enger schnallen, während die Regierung diese hochmoderne Technik gekauft hat. Die Gewalt kommt nicht von der belarussischen Bevölkerung, unsere Eigenschaften sind Ehrlichkeit, überlegtes Handeln und wir wollen in Ruhe und menschlich leben. Dafür werden wir immer kämpfen und gegen dieses Joch, gegen Willkür, Unterdrückung und Gewalt.

Wir schicken ihr herzliche, solidarische Grüße!! Dass Kumpel für Auf zur Solidarität mit den streikenden Bergleuten von Belaruskali aufgerufen freut sie sehr. Sie tritt für die Unabhängigkeit der Bewegung ein, sich nicht von EU oder anderen abhängig zu machen. Wir werden ihr auch von der Bergarbeiterfrauen Initiative im Frauenverband Courage berichten.