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Berlin: Presserklärung des Solidaritaetskomitees mit den Bergarbeitern in der Türkei | Ermenek ve Soma madencilerinin yürüyüşlerine yönelik dayanışma açıklaması

Türkçe olarak Den Minenarbeitern von Ermenek und Soma in der Türkei werden seit Jahren ihre Rechte verwehrt. Als Folge gründeten die Arbeiter ihre eigene Gewerkschaft, die „Unabhängige Gewerkschaft der Minenarbeiter“. Minenarbeiter arbeiten unter schwersten Bedingungen und erleben ständig Arbeitsunfälle. Bis heute erhielten die Arbeiter keine Abfindungen für tödliche oder andere Arbeitsunfälle der letzten 14 Jahre. Nach Schließung einer Mine in Ermenek warten die Arbeiter seit 8 Jahren auf die ihnen zustehenden Zahlungen wie Abfindungen und ausstehende Lohnzahlungen.

Seit über einem Jahr versuchen die Arbeiter ihre ausstehenden Lohnzahlungen zu erhalten und gehen dabei von Tür zu Tür. Sie fragten politische Parteien, den Gouverneur, den Bürgermeister, den Geschäftsführer der Minenverwaltung, das Energieministerium, das Arbeitsministerium und den Präsidenten an und erklärten ihre Forderungen. Trotzdem hat sich in den letzten acht Jahren nichts getan. Jegliche eingeleitete rechtliche Schritte ergaben ebenfalls kein Ergebnis. Die Minenarbeiter, die diese Ungerechtigkeit und diese Verurteilung zum Hungertod nicht akzeptieren, haben am 12. Oktober einen Marsch von Ermenek und Soma aus nach Ankara gestartet. Seit 2 Monaten gibt es einen Widerstand und seit dem 12. Oktober lassen sich die Minenarbeiter nicht davon abbringen, nach Ankara zu marschieren. Dabei werden sie ständig von der Polizei angegriffen, ihnen werden Hindernisse in den Weg gestellt und der Marsch verboten. Es gibt Verletzte und Verhaftete. Die Minenarbeiter jedoch erklären jedes Mal, dass sie mit ihrer Aktion nicht aufhören werden, dass sie ihren Widerstand trotz aller Angriffe und Drohungen fortsetzen, bis sie ihre Rechte bekommen. Sie betonen, dass sie sich nicht vor den Angriffen des Staates fürchten. Die Arbeitgeber bereichern sich an den Rechten der Arbeiter, indem sie ihre Löhne einbehalten und die für diese Straftat nicht verurteilt werden. Darüber hinaus bekommen sie vom türkischen Staat Steueramnestien in Höhe von Milliarden türkischer Lira, Belohnungen, Geschenke und Erleichterungen bei Lizenzvergabe. Die Minenarbeiter jedoch leisten harte Arbeit unter der Erde, um sich Brot kaufen zu können. Durch Unfälle werden sie behindert, verletzt oder sterben. Anstatt ihre Stimme zu hören, setzt der türkische Staat die Minenarbeiter ständig Angriffen während ihres Marsches aus. Die Türkei steht an der Spitze, wenn es um tödliche verlaufende Unfälle von Minenarbeitern geht (Quelle: https://tr.wikipedia.org). 2014 verloren bei diesen Unfällen 18 Minenarbeiter in Ermenek und 2015 rund 301 Minenarbeiter in Soma ihr Leben. Diese sogenannten Arbeitermorde passieren aufgrund von fehlenden Maßnahmen in den Bereichen Arbeitsgesundheit und Arbeitssicherheit. Auch die Unfälle zeigen, dass der Staat hier keine Schritte unternommen hat. Unter Corona Bedingungen müssen die Minenarbeiter ohne jegliche Schutzvorkehrungen gemeinsam arbeiten. In der Türkei werden demokratische Rechte und Freiheiten abgeschafft, Arbeitslosigkeit und Armut wachsen. Gewalt gegen Frauen und LGBT+ nimmt von Tag zu Tag zu. Morde, Folter, Festnahmen und Verhaftungen von demokratischen und revolutionären Kräften sowie dem kurdischen Volk finden nach wie vor in der Türkei statt. Der gerechte und legitime Widerstand der Minenarbeiter zeigt, dass die einzige Möglichkeit gegen die faschistische Erdogan-Diktatur der Kampf auf der Straße fortzusetzen und dies zu stärken. Wir als demokratische Vereine, Parteien und Individuen in Berlin begrüßen diesen gerechten und legitimen Kampf der Minenarbeiter, die darauf bestehen, unter der Führung der Unabhängigen Gewerkschaft der Minenarbeiter von Ermenek und Soma nach Ankara zu marschieren und Maßnahmen für die Arbeitssicherheit und die Arbeitsgesundheit. Wir möchten den Minenarbeitern, die sich den Angriffen und Hindernissen der Polizei und Gendarmerie des Faschismus furchtlos entgegenstellen, sagen, dass nicht allein sind! Von den Gewerkschaften, demokratischen Vereinen und Individuen in Deutschland erwarten wir internationale Solidarität mit den Minenarbeitern und allen anderen gegen den Faschismus Widerstand leistenden Arbeitern und politischen Gefangenen. Wir rufen Deutschland und alle anderen europäischen Staaten dazu auf, jegliche politische, ökonomische und militärische Beziehungen mit dem faschistischen Diktator Erdogan zu beenden und Militärlieferungen sofort auszusetzen. Sofortige Akzeptanz der Forderungen der Minenarbeiter von Ermenek und Soma! Hoch lebe der Kampf der Widerstand leistenden Minenarbeiter! Hoch die Internationale Solidarität! Solidaritätskomitee mit den Minenarbeitern in Berlin 30.10.2020, Berlin