Wer wir sind

logo

Sprache wählen

Suche

Rumänien: Bericht zu den Protesten im Kohlerevier des Schiltals

Am 15. Februar haben die Bergarbeiter aus dem Schiltal/Rumänien vergebens auf ihren Januarlohn gewartet. Die Holding CEH(Complexul Energetic Hunedoara) der Steinkohle Bergwerke im Schiltal in den Südkarpatens Rumänien ist seit längeren insolvent. Jetzt hatten sie nicht mal die 9 Millionen Lei (rumänische Währung) übrig, um die Gehätlter zu bezahlen. Der Lohn eines Kumpels beträgt ca. 600 € monatlich. Zur finanziellen Krise kommt die Produktionskrise. Im letzten Jahr fiel die Steinkohleförderung um die Hälfte.

Ursache hierfür ist das Kaputtsparen der Produktionsanlagen. Die Kohle wird mit Methoden wie vor 70 Jahren gefördet. Die Kohle wird im zwei Kohlekraftwerken verfeuert. Das Werk in Mintia, 80 km nördlich von Petrosani, benötigt 1700 t Kohle. Sie musste heuer schon zwei mal das Kraftwerk stilllegen wegen Kohlenmangel. Am 17. Februar blieben 80 Kumpels in der Mine Livezeni (Petrosani) und in der Mine Lupeni Untertage und protestierten gegen die Nichtauszahlung des Lohns. Sie stellten ein Ultimatum und drohten mit Hungerstreik. Die Kumpels aus den beiden anderen Minen solidarisierten sich mit Geld- und Essensspenden. Auf Facebook kommt nachstehend ein Kumpel zu Wort: "In welchem ​​Land leben wir? Niemand achtet auf uns. Es sind 48 Stunden, in denen Rumänen, arme Bergleute, unter der Erde gefangen sind. Niemand ergreift Maßnahmen. Niemand ergreift rechtliche Schritte. Es funktioniert nicht legal. Es gibt Hunderte von Menschen, die unter der Erde gefangen sind. Jetzt gibt es kein Coronavirus, jetzt gibt es keine Pandemie. Sie stecken im Dunkeln fest. Ihre Lampen sind erloschen. Die Menschen sind barfußig, weil sie nicht mehr stehen können, sitzen sie in ihren Gummi-Stiefeln im Schlamm der Galerie. Sie tun nichts anderes, als ihre Rechte zu fordern. Sie baten nicht um Gehaltserhöhungen, sondern um die Gewährung der verbleibenden Gehaltsrechte. Sie baten nur um Geld für ihre Arbeit. Warum Aussagen machen, wenn sie nicht alles legal machen? Warum gibt es keine Rettung, warum gibt es keine Polizei? Es gibt Menschen, die 48 Stunden unter der Erde gefangen sind. Es ist illegal, länger als 48 Stunden Unter Tage gefangen zu sein. Wir sind keine Hunde. Wir sind weder Sklaven noch ihre Lumpen für die eine oder andere Partei. Sie vergessen auf den Parteitagen, dass wir Menschen und Nachbarn sind und wir sitzen und kämpfen im Elend. Wofür? Für Funktionen? Für ein korruptes Land von einem Ende zum anderen? Für eine sinnlose Regierung? Für eine unempfindliche und inkompetente Regierung stecken wir Unter Tage fest, weil wir dieses elende Geld nicht erhalten. 1700 Lei Zahlung nach 20 Jahren Unter Tage. Das ist doch nicht möglich. Den Leuten geht die Geduld aus ", sagte der Bergmann. Nach 6 Tagen Protest im Schiltal erhalten die Kumpels ihren Lohn für Januar. Das seit Monaten ausstehende Fahr- und Essensgeld soll mit ausbezahlt werden. Die schnelle Lösung war plötzlich möglich, da die Arbeitsagentur in Hunedoara für die Holding einspringt für die nächsten drei Monate die Auszahlg garantiert. Die Kumpels fragen sich natürlich, was passiert danach. Es gibt schon Gerüchte, dass die Bergleute einen Marsch nach Bukarest planen, was die Regierung auf jeden Fall verhindert will, wie der neue Ministerpräsident Florin Cîțu erklärte. Hier ein Video mit der Demo der Kumpels und ihrer Familein in Lupeni
Hier ein Video mit der Kundgebung der Kumpels von Petrosani und Petrila vor der Geschäftszentrale von CEH mit Geschäftsleitung

Wer wissen möchte, wie so ein Marsch der Bergleute nach Bukarest (eine sogenannte Mineriade) aussieht und warum die rumänische Regierung mit Massen an Polizei, wie auch Sondereinheiten, und zum Teil brutaler Gewalt alles daran setzt, das zu verhindern, dem sei dieses Video von der Mineriade 1999 empfohlen