Wer wir sind

logo

Sprache wählen

Suche

Belarus: Liebe Kumpel, wir revolutionäre belarusische Bergleute bedanken uns herzlich für eure Unterstützung

Wir spüren eure Solidarität und Unterstützung aus Berichten und Spenden. Für uns ist es sehr wichtig, dass jemand mit unserem Kampf mit-fiebert. In Belarus gibt es insgesamt 24.000 Beschäftigte im Bergbausektor. Der größte Teil arbeitet im Kali-Bergbau. Es gibt auch Erz- und Kohlezechen. Der Bergbau in Belarus hat eine sehr lange Geschichte, die in die Zeit der Sowjetunion zurückgeht. In den letzten Jahren ist unsere Situation sehr schlecht geworden.

Seit 2015 wurden viele Zechen von der belarusischen Regierung an westliche Unternehmen verkauft. Die Ausbeutung unserer Arbeitskraft ist noch härter geworden. Unsere Regierung hat uns verkauft. Noch extremer wurde es nach den manipulierten Wahlen im August 2020. Wir haben angefangen zu streiken und Protestgruppen in den Zechen gegründet und uns den gemeinsamen Protesten mit der Bevölkerung angeschlossen. Über die Ankettung von drei Kumpels unter Tage und ihre Weigerung auszufahren habt ihr bestimmt schon gehört. Das war aber nicht alles. Die Bergleute haben verstanden, dass sie in den Protesten zum Sturz der Regierung auch um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen müssen. Wir fordern auch eine Herabsetzung des Rentenalters aller Kumpels von jetzt 62 Jahre auf 55 Jahre, denn unsere Arbeit ist sehr hart und unsere Gesundheit beeinträchtigt. Viele von unseren Kumpels erleben leider nur einige Jahre ihrer Rentenzeit, denn sie sterben viel zu früh. Leider ist nicht nur in Belarus der Zustand so, sondern weltweit sind die Probleme der Bergleute ähnlich. Die Bergleute und ihre Familien leben in äußerster Misere und unter härtesten Bedingungen. Die Regierung hat absichtlich und um uns unter Druck zu setzen den streikenden und revolutionären Bergleuten die Löhne nicht bezahlt und uns gekündigt. Ich, zum Beispiel, wurde fristlos gekündigt, weil ich gestreikt habe und drei Monatslöhne noch von der Zeit vor der Kündigung wurden mir nicht ausbezahlt. So ist auch die Situation der anderen Kumpels, die gestreikt haben. Viele von uns wurden in Polizeigewahrsam genommen, dort misshandelt und malträtiert. Ich war 17 Tage in Polizeigewahrsam. Während dessen wurde mir drei Zähne ausgeschlagen, zwei Rippen gebrochen und ein Trommelfell platzte von den Schlägen. Mein Personalausweis wurde von der Polizei vernichtet, damit ich nicht zu einem Arzt gehen kann um mir die Misshandlungen bescheinigen zu lassen. So ging es meinen Kollegen auch. Einer von uns ist unauffindbar, wir vermuten das Schlimmste. Das ist unsere allgemeine Situation zur Zeit. Wir, die entlassenen Bergleute, werden nicht aufgeben und versuchen nun die anderen Kumpels, die noch in den Zechen arbeiten kämpferisch zu stimmen, damit es wieder zu einem großen Streik kommt. Nur gemeinsam können die Arbeiter über Ausbeutung und Unterdrückung siegen! Wir geben nicht auf! Es lebe die freie Arbeiterklasse! Es lebe das freie Belarus!