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Sibirien: Neues Kohleprojekt - Tödlich für Umwelt, Klima und indigene Völker

Die sibirische Halbinsel Taimyr ist zu einem Spielfeld der russischen Bergbauindustrie geworden. Die Halbinsel Taimyr ist mit 400.000 Quadratkilometern, entspricht der Gesamtgröße Deutschlands und der Niederlande. Eine staatlich russische Expertenkommission hat im Oktober 2020 die Erschließung der neuen Syradasaysky-Mine genehmigt, die Bauarbeiten haben inzwischen begonnen. das umstrittene Bergbauprojekt und die damit verbundenen Infrastrukturvorhaben genehmigt.

Das West-Taimyr-Industrie-Cluster soll neben der Tagebaumine ein 61 Kilometer langes, überdachtes Förderband umfassen, auch der Bau eines Tiefseehafens an der Kara-See ist geplant. Von dort aus sollen jährlich bis zu zehn Millionen Tonnen Kohle über die nördliche Polarroute nach Indien und China verschifft werden. In der Mine werden bis zu fünf Milliarden Tonnen Kohle vermutet. „Die Nachfrage nach Kohle sinkt weltweit. Und trotzdem setzt Russland unbeirrt auf die Ausplünderung der Bodenschätze auf indigenem Land. Diese rückwärtsgewandte Energiepolitik ist tödlich für die Umwelt und für indigene Völker in Sibirien“, erklärte Yvonne Bangert, Gesellschaft für bedrohte Völker-Referentin für indigene Völker. Auf Taimyr leben seit Jahrhunderten indigene Nganasanen, Dolganer, Ewenken und Nentzen. Die Rentierzucht und -jagd bildet einen Schwerpunkt ihrer Existenz. Durch den Bau neuer Straßen, Siedlungen, Minen, Förderbänder und Häfen ist sie akut gefährdet. Denn Rentiere werden durch diese Bauten in ihrem jahreszeitlich bedingten Zug eingeschränkt und immer mehr zurückgedrängt. Auch gilt Taimyr mit seiner jahrhundertelang unberührten Umwelt und verschiedenen Naturschutzgebieten als wichtige Durchgangsstation für Zugvögel. Gegen eine Kohlemine der Firma Vostokugol ist selbst die staatliche russische Umweltbehörde Ropsprirodnadzor gerichtlich vorgegangen – wegen Verletzung von Naturschutzauflagen auf Taimyr. Russland ist nach Indonesien und Australien der drittgrößte Kohleexporteur der Welt. Das Land will seine Kohleausfuhr nach Indien bis zum Jahr 2025 um das Sechsfache steigern und jährlich 28 Millionen Tonnen dorthin liefern. „Sibiriens indigene Völker sind die Opfer der systematischen Plünderung ihres Lebensraumes, um Russlands Handelsbilanz zu verbessern und Putin-treue Oligarchen zu bereichern“, so Bangert. Die internationale Bergarbeiterkoordinierung ruft zum Kampf gegen die ruinöse schrankenlose Ausbeutung und gegen die unersättliche Jagd nach Rohstoffreserven durch die kapitalistische Produktionsweise auf. Sie wendet sich gegen die Vergeudung und Verschwendung von Rohstoffen durch internationale Bergbau- und Energiekonzerne. Sie fordert das Verbot des extraktiven Tagebaus auf Kosten der Natur und der Bewohner!