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Türkei: wegen den Protesten kommen die inhaftierten Kumpel von Soma frei

Seit dem Jahr 2014, als bei einem katastrophalen Unglück mindestens 301 Bergleute ums Leben kamen, fordern die Bergleute und die Bevölkerung aus der Region Soma in der Türkei die Bestrafung der Verantwortlichen - unter anderem der Führung des Bergwerks. Diese haben in unverantwortlicher Weise gegen zahlreiche grundlegende Sicherheitsbestimmungen verstoßen. An 5. Februar fand eine Gerichtsverhandlung in Akhisar (Stadtteil von Manisa) statt.

Zuvor hatte der Justizminister drei Staatsanwälte ausgetauscht, um das Urteil zu manipulieren. Drei Verantwortliche der Zechenleitung, die seit 2014 in Haft saßen, kamen durch das Urteil frei und müssen nur 8800 Lira Strafe zahlen. Die Angehörigen haben dagegen Einspruch erhoben, weil sie nicht damit einverstanden sind, dass die Verantwortlichen für das Unglück so billig wegkommen. Sie sind völlig zu Recht empört. Der Revisionsprozess beim Verfassungsgericht findet am 13. April statt. Im Dezember 2020 haben die Bergleute von Soma einen Marsch nach Ankara organisiert, bei dem sie die Zahlung der seit 2014 ausstehenden Entschädigungen einforderten. Dabei wurden mehrere Bergleute verhaftet. Auf Grund der Proteste wurden die Entschädigungen inzwischen gezahlt und die Bergleute kamen wieder frei.