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54. Jahrestag des Grubenunglücks von Lengede

171113Lengede BohrungenVor 54 Jahren, am 24. Oktober 1963 brach der Klärteich 12 des Eisenerzbergwerk Lengede-Broistedt. 500 Millionen Liter Schlamm und Wasser brechen am Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr in das Bergwerk ein. Von 129 Bergleuten der Mittagschicht, die sich zum Zeitpunkt des Bergbau-Unglücks unter Tage befanden, kamen 29 ums Leben. 79 können sich unmittelbar nach dem Unglück in Sicherheit bringen. 50 Bergleute gelten in der Nacht nach dem Unglück als vermisst, ihre Überlebenschancen als gering.


Acht Tage nach dem Unglück, am 1. November, werden drei der vier in einer Luftblase vermuteten Kumpel geborgen. Eine tagelang vorbereitete Bohrung dringt in den frühen Morgenstunden zu den Vermissten vor. Mithilfe einer torpedoförmigen Rettungskapsel, der sogenannten Dahlbuschbombe, gelangen die Bergleute wenige Stunden später an die Erdoberfläche - nach 190 Stunden im Berg. Überlebende, die an den Tod ihrer Kameraden nicht glauben wollen, mutmaßen, dass es, obwohl weite Teile der Grube unter Wasser stehen, noch Überlebende geben könnte. Ihre Vermutung: Auf der Flucht vor den eindringenden Wasserfluten könnten einige Kumpel in das Bruchfeld des Bergbaus geflüchtet sein. Jenen Bereich also, der von Bergarbeitern Alter Mann genannt wird. Die Bergwerksleitung hatte schon zwei Tage nach dem Unglück die Liste mit den Totgesagten ans Zechentor genagelt und die Flagge auf dem Zechenturm auf Halbmast gesetzt. Überlebende und andere Kumpel, die an den Tod ihrer Kameraden nicht glauben wollen, mutmaßen, dass es, obwohl weite Teile der Grube unter Wasser stehen, noch Überlebende geben könnte. Sie mussten die Bergwerksleitung zu einer weiteren Suchbohrung überreden. Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits die Trauerfeier für die Totgesagten vorbereitet, die Totenglocken läuteten, die Totenanzeigen wurden gesetzt. Da machten sich am 3. November, einem Sonntagmorgen, um kurz vor sieben Uhr die elf noch lebenden Eingeschlossenen mittels Klopfgeräuschen an dem hinabgelassenen Bohrer bemerkbar nach 227 Stunden, nachdem der Klärteich eingestürzt ist. Heute wird es das „Wunder von Lengede“ genannt.